Fördern und Fordern

Dyskalkulie

Die Schule im Park gehört zu den Stützpunktstandorten im Schulamt Nürtingen, die Dyskalkuliekurse für Kinder mit Rechenschwäche anbieten. Das bedeutet, dass auch Kinder aus umliegenden Schulen an diesen Kursen teilnehmen dürfen. 

Um eine sinnvolle Förderung eines Kindes, das an Rechenschwäche leidet, zu gewährleisten, wird die Gruppengröße in den Dyskalkuliekursen sehr klein gehalten. Die Plätze werden nach dem Förderbedarf der Kinder vergeben.

Zu Beginn der Dyskalkuliekurse ist es besonders wichtig, das Selbstwertgefühl der Schüler:innen zu stärken und ihnen zu ersten kleinen Erfolgen zu verhelfen, damit der Schulalltag seinen Schrecken verliert und das Selbstvertrauen und die Freude am Lernen zurückkehrt. Im zweiten Schritt bekommen die Kinder dann Basiskompetenzen für die Entwicklung mathematischer Fähigkeiten an die Hand und die Entwicklung der mathematischen Fähigkeiten wird geschult.

Hector Kinderakademie

Die Hector Kinderakademien bieten besonders begabten und hochbegabten Grundschulkindern zusätzlich zum regulären Schulunterricht ein für sie entwickeltes Förderprogramm an. Rund 24.000 Schüler:innen nehmen jährlich an den Kursangeboten an 66 Standorten teil.

Die Hector Kinderakademien werden von der Hector Stiftung II finanziert, vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport unterstützt und vom Hector-Insitut für Empirische Bildungsforschung an der Universität Tübingen und vom Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation in Frankfurt wissenschaftlich begleitet.

Begabungsförderung ist ein Teil des schulischen Erziehungs- und Bildungsauftrags. Die Kursinhalte des Förderprogramm der Hector Kinderakademien gehen weit über die regulären Unterrichtsinhalte hinaus. Der Schwerpunkt der Kursthemen liegt auf den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Mit dem Kursangebot sollen die Interessen und Talente der Kinder gefördert werden sowie intellektuelle und soziale Herausforderungen geschaffen werden.

Das Kursangebot an den Hector Kinderakademien ist vielfältig, um den unterschiedlichen Begabungen der Kinder gerecht zu werden. Die Kinder sollen ihre bereichsspezifischen Kenntnisse vertiefen, Kompetenzen entwickeln und ihre Kreativität entfalten können.

Die Idee der Hector Kinderakademien wurde im Jahr 2010 ins Leben gerufen, um besonders begabte Kinder bereits im Grundschulalter zu fördern. Mittlerweile gibt es 66 Hector Kinderakademien in Baden-Württemberg.

Die Kinder werden von ihren Lehrer:innen für die Teilnahme an der Hector Kinderakademien empfohlen. Sind die Kinder einmal nominiert, können sie in der Regel bis zum Ende der vierten Klasse das Angebot der Hector Kinderakademien nutzen. Die Hector Kinderakademien und die Staatlichen Schulämter beraten und unterstützen die Schulen dabei, besonders begabte und hochbegabte Kinder zu entdecken, denn nicht immer spiegelt sich eine Hochbegabung in den Schulleistungen wider (sogenannte Underachiever).


Die Nominierung erfolgt hauptsächlich zum Halbjahr des ersten Schuljahres. Es kann aber auch zu Nachnominierungen im zweiten Schuljahr kommen.

Duolingo im Englischunterricht

Mit Hilfe von Arbeitsheften, Liedern, Bildkärtchen und spielerischer Umgang mit der Sprache wird versucht, einen kleinen Wortschatz und die Fähigkeit zu dessen Anwendung in einfachen Dialogen aufzubauen. Wenn man als Englisch-Fachlehrer aber nur zweimal in der Woche für je eine Schulstunde in eine Klasse kommt, muss man sich darauf einstellen, dass viele Schüler:innen von einer Stunde zur nächsten den Großteil des Gelernten schon wieder vergessen haben.

Aufgrund von guten Erfahrungen im Französisch-Kurs für Kinder der 2. bis 4. Klasse mit dem Sprachlernprogramm „Duolingo“, wandte ich mich an die Eltern zweier 2. Klassen. Mit ihrer Einwilligung startet im 2. Halbjahr des Schuljahrs 2018/19 der Versuch, die Kinder der 2. Klasse zur Handhabung eines Laptops für das individuelle Erlernen einer Sprache zu befähigen. Für den Start mussten die Eltern ihre E-Mail-Adresse zur Verfügung stellen und im Internet den vom Lehrer erstellten Zugang ihres Kindes freigeben.
 

Die 28 Schüler:innen fanden sich zu festen Partnerschaften zusammen, um sich an den 15 verfügbaren Laptops gegenseitig zu helfen. Viele Kinder betraten Neuland: Wie bedient man einen fremden Laptop über eine unbekannte Tastatur? Anfangs fiel es den meisten schwer, den passwortgeschützten Laptop mittels komplexer Tastenkombinationen zu starten, einen Browser und darin das Duolingo-Portal zu öffnen, um dort schließlich den eigenen Benutzernamen und das zugehörige Passwort richtig einzugeben. Aber dann begann es Spaß zu machen, in den Lese-, Schreib- und Hörübungen über Kopfhören immer weiterzukommen.

Als tägliches Lernziel konnte jedes Kind zwischen „lässig“ (10 Einheiten pro Tag), „normal“ (20 Einheiten pro Tag), „ernsthaft“ (30 Einheiten pro Tag) und „verrückt“ (50 Einheiten pro Tag wählen). Jede Lektion beinhaltet mehrere Sprech-, Hör-, Übersetzungs- und Auswahlübungen. Die zu lernenden Inhalte werden spielerisch vermittelt. Das Kind erfährt sofort, welche Antworten richtig sind. Wenn es eine Frage falsch beantwortet, wird es auf der Stelle korrigiert. Eine nette Idee: Virtuelle Herzen verlängern die Lektionen. Wenn Ihr Kind eine Frage falsch beantwortet, verliert es ein Herz. Werden alle verloren, muss es mit der Übung noch mal von vorn anfangen. Die Schüler:innen profitieren davon, dass Duolingo jeden Nutzer individuell behandelt. So haben sie die Möglichkeit, ihrem Leistungsniveau und Lerntempo entsprechend zu lernen.

Mit einem ausgeklügelten Belohnungssystem motiviert Duolingo seine Nutzer:innen zum kontinuierlichen Lernen: Erfolgreich abgeschlossene Lektionen, tägliches Üben und besonders wenige Fehler verhelfen zu Punkten in virtueller Währung, mit welchen dann Bonus-Lektionen oder Skills erworben werden können, die das Lernen zeitlich begrenzt etwas vereinfachen - und deshalb tatsächlich zum zusätzlichen Lernmotivator werden.

Duolingo verfügt über eine Sprachaus- und –eingabe, die ständig verbessert wird. Bei der Konto-Erstellung wird das Alter der Nutzer:in abgefragt und beeinflusst die Inhalte der Lektionen. Es gibt auch eine Statistik, mit der man Einblick in den bisherigen Lernfortschritt erhält. Duolingo ist für viele mobile Betriebssysteme (Android, iOS Windows Phone) verfügbar und über einen Browser mit jedem mobilen Endgerät zu Hause und unterwegs nutzbar.

Unterteilt in verschiedene Sektionen lehrt Duolingo zunächst das Grundlagenvokabular einer Sprache, bevor es an grammatikalische Fälle, Konjugationen, Zeitformen und weitere sprachspezifische Feinheiten geht. Im späteren Verlauf stehen spezialisierte Lektionen bereit, deren Fokus auf einem ausgewählten inhaltlichen Schwerpunkt liegt. Dieser Teil ist nicht aufeinander aufbauend und untereinander kaum verknüpft.

In der PC-Version des Programms gab es vor 2020 beim Französisch-Lernen noch eine zu jeder Lektion passende Grammatik-Übersicht, die man zum besseren Verständnis und Lernen aufrufen, markieren, in eine Word-Datei kopieren und sich ausdrucken konnte. Dies ist von der Community aber leider nie für Englisch (und andere Sprachen) erstellt, sondern stattdessen bei Französisch entfernt worden. So fehlt in Duolingo leider die Einsicht in grammatikalische Regeln, mit denen Sprache merkfähig wird und sich erst wirklich selbst produzieren lässt.

Auf diese Art und Weise kann ein Grundwortschatz und ein gewisses Grundverständnis für die Sprache aufgebaut werden, der ausreicht, um den Sinn von einfachen Texten, Konversationen und Liedern zu verstehen. Zum Erlernen der Sprache ist vor allem das Sprechen in den entsprechenden Einstellungen von Duolingo vorzusehen. Aufgrund der Klassengröße wurde das aber nicht in der Schule praktiziert, sondern für die stille Kammer zu Hause empfohlen.

Eine Umfrage unter den Schüler:innen aus den beiden Klassen hat ergeben, dass mehr als 80% Duolingo gut fanden und fast 75% es unabhängig von der Schule noch heute nutzen. Eine effektive Nutzung an der Schule setzte aber voraus, dass der Ausbau der Bandbreite und Geschwindigkeit des (WLAN-) Internets mit der Ausweitung der Nutzung internetbasierter Lernprogramme in den Klassen Schritt hält.

Mein Fazit: Duolingo für Schulen kann von Lehrkräften ergänzend zum Unterricht eingesetzt werden. Die Motivation für die Schülerinnen und Schüler kommt sowohl von Duolingo durch den Spiele-Ansatz, kann aber auch von den Lehrer:innen ausgehen, indem sie Schüler für die Nutzung von Duolingo vorbereiten und dessen Schwächen z.B.. mit entsprechenden Übungen zur Grammatik ausgleichen. Duolingo ist eine Möglichkeit, um nicht die Routine des Sprachen-Lernens zu verlieren.

Martin Müller

P.S.

Dieses Lernprogramm ist übrigens auch für Erwachsene geeignet.

Auf höherem Niveau fallen kleinere grammatikalische Unreinheiten auf, zudem werden Wörter manchmal nicht optimal miteinander substituiert. Insgesamt handelt es sich jedoch um kleine Fehler untergeordneter Bedeutung, welche insbesondere Anfängern beim Lernen einer neuen Sprache nicht im Weg stehen.

Falls man eine Fremdsprache bereits beherrscht und diese aktiv halten möchte, ist dafür die tägliche Auseinandersetzung mit dieser nützlich - auch wenn es in Duolingo sich nur um recht einfache Übungen und Spiele handelt.